Denkanstöße

Das Beste, was Christen haben, stammt von den Juden: Jesus, der Messias der Juden und die heiligen Schriften der Bibel. Christen und Juden glauben an denselben Gott. Verbindet uns das nicht mit dem Volk der Juden?

Jesus war, ist und bleibt Jude: Er ist als Jude geboren, lebte als Jude, starb als Jude, ist als Jude auferstanden und in den Himmel gefahren. Im Himmelreich sitzt „der Löwe aus dem Geschlecht Juda, die Wurzel Davids.“ (Off. 5, 5) Er ist König und Messias der Juden. Könnte es sein, dass die Beschäftigung mit dem Judentum ein Weg ist, Jesus besser und tiefer kennen und verstehen zu lernen?

Jesus identifiziert sich vollkommen mit dem jüdischen Volk: Er ist der „Erstgeborene“, auch Israel wird von Gott als sein „Erstgeborener“ bezeichnet. (2. M. 4, 22) Jesus ist der „Weinstock“, auch Israel ist der „Weinstock“, den Gott aus Ägypten geholt und  eingepflanzt hat. (Ps. 80) Gott hat seinen heiligen Namen mit Israel verbunden. Als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs identifiziert er sich mit den Vätern Israels.

Jesus stellt sich bewusst in die jüdische Heilsgeschichte hinein: „Das Heil kommt von den Juden.“ (Joh.4, 22) Sein Sühnetod ist nur vom sog. Alten Testament her zu verstehen. Trägt der jüdische Hintergrund nicht wesentlich dazu bei, diese Heilstat völlig zu verstehen, richtig zu verstehen?

Neues und Altes Testament sind jüdische Bücher. Durch die christliche Ersatztheologie haben sich Irrlehren und falsche Denkweisen verbreitet. Können wir nicht von den Juden lernen, weil sie mit der Thora, der hebräischen Sprache und der jüdischen Denkwelt besser vertraut sind?

Gott liebt Israel, er ist Israels Vater, Ephraim sein erstgeborener Sohn. (Jer. 31, 9) Gott ist treu, er hat sein Volk nicht verstoßen. (Röm. 11, 2) Kann es sein, dass unsere Sicht auf Israel gravierende Auswirkungen auf unser Gottesbild hat? Könnte eine negative oder gleichgültige Haltung Israel gegenüber Gott schmerzen?

Liebe zu Gott und zu den Menschen ist Gottes Wille und Auftrag (Matth. 22, 37-39). Erwartet Gott nicht von uns, dass wir aufhören, um uns selbst und unser christliches Ego zu kreisen (Ich, Mich, Meiner, Mir) und anfangen das zu lieben, was er liebt: Israel?

Christen sollten Israel den Glauben vorleben, dass die Juden zum nacheifern gereizt werden. (Röm. 10, 19; 11, 11-14) Sollten wir nicht überlegen, wie wir das praktisch umsetzen. Sind wir an dieser Stelle Gott gehorsam oder ungehorsam?

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