Wachsender Antisemitismus in Deutschland

Die Gewalt gegen jüdische Mitbürger in Deutschland nimmt weiter zu. Waren es im Jahr 2017 noch 37 Fälle, so verzeichneten die Behörden im Jahr 2018 62 Angriffe. Das bestätigte die  Bundesregierung. Bei den gezählten Gewaltdelikten wurden demnach 43 Personen verletzt. Zudem erhöhte sich die Zahl der judenfeindlichen Straftaten insgesamt um zehn Prozent.

“Die Bekämpfung des Antisemitismus auf europäischer Ebene sollte eine Priorität der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr werden”, fordert der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer, beklagt einen zunehmenden “sekundären Antisemitismus” in Deutschland. Es gebe in der Bundesrepublik nicht nur den klassischen Antisemitismusvon Alt- und Neonazis, sondern auch einen “abnehmenden Respekt” der Mehrheitsgesellschaft für Juden, sagte Lehrer. Dies äußere sich in “Schuld- und Erinnerungsabwehr”. Dabei würden etwa übertriebene Formen des Holocaustgedenkens kritisiert.

Dazu komme immer öfter Hass auf Israel. “In unserem Land darf es wirklich nicht so weit kommen, dass sich Juden von Israel distanzieren müssen, um von dieser Gesellschaft akzeptiert zu werden”, sagte Lehrer. Die Juden in Deutschland seien froh darüber, heute in einem Staat zu leben, der jüdisches Leben schütze. Hier gehörten persönliche Freiheit und Religionsfreiheit zu den Grundrechten. Hinter der Kritik an Israel versteckt sich heute oft Antisemitismus, sagt der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn.

 

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