Die Identität des Messias

Welche Identität hat der Messias und warum ist das wichtig? Die Erwartung eines Messias findet sich nur beim jüdischen Volk. Nichtjüdische Völker haben keine Messias-Erwartung. Im Tenach, der Torah und allen jüdischen Schriften wird auf den kommenden Messias hingewiesen. Das unterstreicht Jeshua (Jesus), wenn er sagt: „Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind’s, die von mir zeugen.“ (Joh. 5, 39) Die jüdische Erwartung war und ist: Der Messias wird die Königsherrschaft in Israel wieder aufrichten. „Der (Jeshua) wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben“ (Luk. 1, 32). „Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit“ (Luk. 1, 54.55; Apg. 1, 6; 2. Chr. 7, 18).

Identität umfasst alle Wesensmerkmale einer Person. Jeshua war und ist Jude. Er wurde nach den Vorschriften der Torah am achten Tag beschnitten und erzogen. Er feierte die biblischen Feste Passa, Chavout, das Laubhüttenfest und Channuka. Er war ein Rabbi, lebte und lehrte jüdisch. Sein Titel lautet: „König der Juden“, nicht „König der Christen“ und auch nicht „König der Welt“, deutlich sichtbar über seinem Kreuz geschrieben. Jerusalem war und ist das Zentrum seiner Königsherrschaft, „die Stadt des großen Königs.“ (Matth. 5, 35) Dorthin wird er zurückkehren. Im Mittelpunkt seines Wirkens steht die Verkündung des kommenden Reiches, der „Königsherrschaft der Himmel“. (Matth. 4, 17; 6, 33) Der Auferstandene spricht vierzig Tage mit den Jüngern über das „Reich Gottes“ (Apg. 1, 3).

Das Neue Testament beginnt mit der Aussage: „Dies ist das Buch von der Geschichte Jeshua Ha Massiach, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ (Matth. 1, 1 ). Damit knüpft es nahtlos an die jüdischen Schriften, die Torah und die Propheten an. Jeshua ist der Sohn Davids, der Sohn Abrahams, der Sohn des jüdischen Volkes. Deshalb erklärt Jeshua: „Ich bin nicht gekommen, die Torah aufzulösen, sondern zu erfüllen“. (Matth. 5, 17) Die Torah ist also nicht aufgehoben, sondern, „bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen von der Torah, bis es alles geschieht.“ (Matth. 5, 18) Diese Schriften, die von Christen als „Altes Testament“ bezeichnet werden, waren die Quelle der Wahrheit, aus denen der Messias Jeshua, seine Jünger und auch Rabbi Shaul (Paulus) lehrten. In ihrem Mittelpunkt steht der Gott Israels. 

Die jüdische Identität Jeshuas ist von großer Bedeutung, wenn wir seine Aussagen über sich selbst und seine Botschaft verstehen wollen. Jeshua war jüdischer Rabbi, seine Jünger sprachen ihn so an. Petrus war Jude, genau wie Jakobus und Johannes. Und sie waren einfache Fischer. Haben sie ihre Briefe in Griechisch oder Latein verfasst? Wir lesen, daß sie „ungelehrte und einfache Leute“ waren. (Apg. 4, 13) Also sprachen und schrieben sie in Hebräisch, ihrer Muttersprache. Haben sie also Jeshua mit „Jesus Christus“ angesprochen? Natürlich nicht. Griechisch oder Latein war weder die Sprache Jeshuas, noch der Apostel, noch die des jüdischen Tempels. Erst später wurden diese hebräischen Schriften ins griechische und lateinische, den damaligen Weltsprachen übersetzt. „Die Briefe wurden auf Griechisch übersetzt, damit auch Neubekehrte, die Griechisch sprachen, sie verstanden.“ (Holy Bible from the Peshitta, George Lamsa, S. XI.) Der Antisemitismus spielte eine große Rolle, als die Heidenchristen das Studium der hebräischen Sprache und des Alten Testamentes aufgaben. Die Menschen wollten den jüdischen Retter annehmen, aber seine Botschaft und die alttestamentliche Bestätigung seines messianischen Auftrags nicht. So ist es auch noch heute. Der Autor Pines schreibt: „die Heidenchristen wollten deshalb nicht mehr Hebräisch benutzen , weil „das Volk des Buches“ (Juden), das Hebräisch sprach, schnell den Irrtum und die Täuschung des heidenchristlichen Evangeliums erkannt hätte, wie zum Beispiel Zitate aus gefälschten Quellen. Sie verwendeten darum eine andere Sprache als Hebräisch, damit die Gelehrten ihre Lehren nicht durchschauten…Folglich gaben sie die hebräische Sprache auf und verwendeten zahlreiche andere Sprachen, die der [Messias] und seine Gefährten nicht verwendet hatten.

Jeshua Ha Massiah oder Jesus Christus? Die Schrift weist nachdrücklich darauf hin, daß es wichtig ist, zu verstehen, daß es um den jüdischen Messias geht. Deshalb diese Mahnung des Apostel Paulus: „Halte im Gedächtnis Jeshua Ha Massiah, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Geschlecht Davids, nach meinem Evangelium.“ (2. Tim. 2, 8) Das Evangelium des Rabbiners Shaul (Paulus) war und ist nicht christlich, sondern gründet auf den jüdischen Schriften und der Torah. Darauf weist er überall hin. „Wie ihr nun angenommen habt den Herrn, Jeshua ha Massiah so lebt auch in ihm, seid verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid. Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht dem Messias.“ (Kol. 2, 6-8) Das Christentum ist gegründet auf Philosophie und Traditionen. Die meisten Kirchenväter brachten griechische und römische Philosophien in die Kirche mit ein. 

Die jüdische Identität Jeshuas stellt der Apostel Paulus deutlich in Römer 9, 4. 5 heraus: „Sie sind Israeliten, denen die Sohnschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen der Messias herkommt nach dem Fleisch.“

Der jüdische Messias Jeshua kommt aus den Vätern Israels: Abraham, Isaak und Jakob. Die Herkunft nach dem Fleisch, nicht geistlich, ist außerordentlich wichtig, betont der Apostel. Welches Fleisch ist gemeint? Das jüdische Fleisch, die Herkunft aus dem Volk Israel. Ein Schlag ins Gesicht aller Ersatztheologen, die gerne vom „geistlichen Israel“ schwadronieren. Es geht nicht um ein geistliches Israel, sondern um Gottes irdisches Volk, aus dem Jeshua gekommen ist.

Johannes – wir erinnern uns – ein „ungelehrter und einfacher“ jüdischer Mann – bringt es in seinem Evangelium auf den Punkt: „Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jeshua der Messias im Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jeshua nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrist“ und der „Geist des Irrtums“ (1. Joh. 4, 2.3.). „Anti“ bedeutet im Griechischen nicht „dagegen“, sondern „an Stelle von“. Johannes warnt hier sehr deutlich vor einem „an Stelle von“ -oder „Ersatzmessias“. Wichtig ist auch das Wort „bekennen“. Johannes sagt nicht: „Ein jeder Geist, der GLAUBT, dass Jeshua der Messias im Fleisch gekommen ist“. Es geht um das Bekenntnis zu dem einen wahren jüdischen Messias Jeshua. Wenn wir die Aussage in Verbindung bringen, mit dem, was Paulus sagt, verstehen wir, wer der „Anstelle-von-Messias“ ist. Es ist nicht mehr der jüdische Messias, der „Trost Israels“, auf den der Gottesfürchtige Simeon wartete (Luk. 2, 25), sondern der entjudaisierte Christus der Kirche und ihrer Ersatztheologie. Jeshua selbst warnt uns mit allem Ernst vor dieser Irrlehre: „Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Messias, und werden viele verführen“ (Matth. 24, 5) 

„Es ist an der Zeit, daß die Wahrheit ihre Stimme erhebt. Jeshua war nicht der Gründer der christlichen Kirche und auch kein Christ. Er war jüdischer Rabbi, die fleischgewordene Torah. Der Christus der Kirche hat nichts mit dem jüdischen Messias gemein. Nicht nach Wittenberg, Rom oder Athen kehrt er zurück, sondern nach Jerusalem. Es wird Zeit IHN so zu erkennen wie war, wie er ist und wie er immer sein wird: Ein Jude“ (Sharon Sanders)