Eretz Israel ארץ ישראל

Wem gehört der Landstreifen am Mittelmeer? Juden, Christen oder Muslimen? Die Bibel gibt eine nüchterne und klare Antwort: Das Land gehört Gott. „Darum sollt ihr das Land nicht verkaufen für immer, denn das Land ist mein und ihr seid Fremdlinge und Beisaßen bei mir“ (3. Mose 25, 23). Und beim Propheten Jeremia heißt es: “…als ihr (Israel) hineinkamt, machtet ihr mein Land unrein und mein Eigentum mir zum Greuel.“ (Jer. 2, 7) Gott ist der Eigentümer des Landes und er gibt es, wem er will.

Er hat es Abraham, Isaak und Jakob, sowie deren Nachkommen, dem jüdischen Volk in einem Ewigen BUND (1. M. 15, 18; 1. M. 17, 7-11) verheißen. Zeichen dieses Bundes ist die Beschneidung. Dennoch gehört das Land weiterhin Gott, und nur bei Gehorsam darf Israel in Sicherheit in diesem Land leben. Die Araber sind gemäß der Bibel „Fremdlinge im Land.“ Sie sind gut und gastfreundlich zu behandeln, sie bleiben aber Fremdlinge ohne Anspruch auf das Land.

Das Land, הארצ (ha aretz) ist etwas Besonderes. Die Bibel beschreibt es als ein Land, darin „Milch und Honig fließt.“ Es ist nicht wie Ägypten, aus dem Israel ausgezogen ist, sondern es ist „ein Land, auf das der Ewige, dein Gott achthat und die Augen des Ewigen, deines Gottes, immerdar sehen vom Anfang des Jahres bis an sein Ende.“ (5. Mose 11, 9-12) Die Besonderheit zeigt sich auch darin, dass das Land Gott einen Shabbat feiern soll, wenn Israel es einnimmt. ( 3.M. 25, 2 ff.)

Martin Buber schreibt, „dass das Geheimnis des Daseins Israels an das Geheimnis dieses Landes gebunden ist.“ (Israel und Palästina 1944) Der Philosoph Aaron David Gordon sagte 1920 auf einer Konferenz zionistischer Jugendgruppen in Prag: „Es geht nicht darum, dass wir zu euch reden. Unser Land selber redet zu euch. Wir sind hier nur, um weiterzusagen, was das Land selbst sagt. Wir sagen euch und zum ganzen Volk: Das Land wartet auf euch.“

Der jüdische Talmud, der in den ersten Jahrhunderten n. Chr. entstand, beschreibt „das Land“ so: „Jeder, der im Land Israel ארץ ישראל wohnt, gleicht einem, der einen Gott hat. Und jeder, der außer Landes wohnt, gleicht einem, der keinen Gott hat. Denn es heißt (3. M. 25, 38): …um euch das Land Kanaan zu geben, um euch Gott zu sein.“ Der jüdische Bibelausleger Malbim erklärt, daß das jüdische Volk nur Frucht bringen kann, wenn es an den Ort zurückkehrt, von dem es genommen wurde. Getrennt von Eretz Israel bleibt das Volk Israel fruchtlos.

Dort in seinem Land handelt Gott an Israel. Deshalb sammelt er sein Volk seit mehr als hundert Jahren in Eretz Israel, um ihnen dort zu begegnen. Im „Land Israel“ wird Gott sein Volk reinigen, ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Am Handeln Gottes mit Israel werden die Heidenvölker erkennen, dass der Gott Israels HERR ist. (Hes. 36, 24-26) An anderer Stelle heißt es in den talmudischen Schriften, die Luft des Landes Israel mache weise. Das heißt, die Erfüllung aller Gebote Gottes ist nur im Land Israel möglich. Auch wissen die Weisen des Talmud: Im Land Israel beginnt die Auferstehung der Toten (Ketubbot 111a).

Auffällig ist: Immer, wenn Gott Israel das Land Kanaan verheißt, verwendet er einen EidEr sagt nicht „Ich verspreche“, sondern: „Ich schwöre“ (1. Mose 22, 16; 26, 3; 2. Mose 6, 8; 33, 1; Jos. 1, 6.) Normalerweise wird ein Eid im Namen eines Höheren geleistet, z.B. „Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen“. Gott jedoch hat keinen Höheren, deshalb schwört er bei sich selbst. Er bürgt mit seinem Namen.

Judäa und Samaria, das heutige Westjordanland war im Alten Testament das  Zentrum des Staates Israel. Alles, was das heutige Israel vor 1967 ausmacht, waren damals unwichtige Randgebiete.

Abraham durchzog erst einmal das Land, genauer Judäa und Samaria. In 1. Mose 12,6 heißt es: „Da zog Abraham durch das Land bis zur Stätte Sichem“. Dort erschien ihm Gott und verhieß ihm dieses Land. Abraham baute dort Gott einen Altar. Er ging dann weiter nach Bethel (V. 8), baute dem Herrn einen Altar und zog weiter nach Hebron. Dies ist eine Vorschau auf die spätere Landnahme Israels. Ausnahmslos liegen alle diese Orte, Sichem, Bethel, Hebron, im heutigen Westjordanland. Auch die „Berge Israels“ , denen die alttestamentlichen Propheten verheißen, daß Israel wieder in ihnen wohnen werde, sind eine Bezeichnung für die heutige West-Bank (Jeremia 31, 5).
Das Land Israel gehört Gott. Zwar gehört ihm die ganze Erde (Psalm 24, 1). Doch nur von diesem Land sagt die Bibel, dass es Gott gehört. Deshalb können Menschen nicht willkürlich über dieses Land verfügen. Auch nicht israelische Politiker und auch nicht die Völkerwelt. Der Prophet Joel verheißt deshalb Gericht Gottes über die Heidenvölker. „Ich werde mit den Nationen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Irsael, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und MEIN Land haben sie geteilt“ (Joel 4, 2).

Wenn Israel ungehorsam ist,  verheißt ihm Gott die Vertreibung aus dem Land. Das ist in der Geschichte zweimal passiert. Das Land blieb verwüstet zurück.  Beim Propheten Sacharja lesen wir: „Darum habe ich Sie zerstreut unter alle Heiden, die sie nicht kannten und das Land blieb verwüstet hinter ihnen liegen, so dass niemand mehr darin hin und herzog. So haben sie das liebliche Land zur Wüste gemacht.“ (Sachj. 7, 14) Historisch ist das genauso geschehen.

Das Gericht Gottes hebt aber den ewigen Charakter der Verheissung nicht auf. Gott hat Israel ein gehorsames Herz verheißen. (Hesekiel 36-37) Zuerst sammelt er das Volk im Land, dann reinigt er sie von allem Schmutz (Sünde) und begegnet ihnen als ihr Messias. Dann wird Israel in seinem Land innerhalb der von Gott gesteckten Grenzen wohnen.

Auch den Völkern, die um Israel wohnen, hat Gott Land zugeteilt. Und er warnt Israel ausdrücklich davor, sich daran zu vergreifen: „…hütet euch davor sie (die Söhne Esau) zu bekriegen. Ich werde euch von ihrem Land nicht einen Fuß breit geben.“ (5. M. 2, 4.5) Auch den Moabitern soll Israel keinen Schaden tun: „Ich will dir von ihrem Land nichts zum Besitz geben.“ (5. M. 2,9)

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