Israel der Sohn Gottes

Die Sohnsetzung Israels

Das Volk Israel ist anders als andere Völker. In Gottes Augen ist Israel etwas Besonderes. Was zeichnet Israel aus? Was unterscheidet es von anderen Völkern, oder von Christen? 

Der Apostel Paulus benutzt im Römerbrief, Kapitel 9, Vers 4 ein besonderes Wort, um die herausragende Beziehung zwischen Gott und Israel zu charakterisieren. Dieses Wort kommt im Neuen Testament nur in seinen Briefen vor. Er spricht von der „Sohnsetzung“ Israels. Paulus schreibt von seinen Brüdern nach dem Fleisch. „Sie sind Israeliten, denen die Sohnsetzung gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen der Messias herkommt nach dem Fleisch.“ (Röm. 9, 4. 5) Das griechische Wort „hyothesia“ setzt sich zusammen aus hyios, der Sohn und thésis, die Setzung, oder Einsetzung. Luther übersetzt den Begriff mit „Kindschaft“.

Der Status Israels im Unterschied zu allen anderen Völkern und auch im Unterschied zu Christen besteht also darin, daß es von Gott als Sohn eingesetzt ist. Diese Vater-Sohn-Beziehung geht vom Vater aus. Christen treffen in der Regel eine Entscheidung für Gott, sagen ja zu ihm. Bei Israel geht die Entscheidung von Gott aus. Er hat sich dieses Volk erwählt. Ein Jude bleibt ein Jude, auch wenn er das nicht sein will. Israel ist Gottes erstgeborener Sohn. Zum Pharao spricht Gott durch Mose: „So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn; und ich gebiete dir, dass du meinen Sohn ziehen lässt, dass er mir diene.“ (2. M.4, 22.23)

Israel als Erstgeborener Gottessohn erfährt eine besondere Hingabe seines Vaters und hat dadurch auch einen besonderen Zugang zum Schöpfer. Die Israeliten sind Gottes Eigentum: „Denn mir gehören alle Israeliten als Sklaven, sie sind mein Eigentum, weil ich sie aus Ägypten geführt habe. Ich bin der Herr, euer Gott!“ (3. M. 25, 55) Israel ist ein Teil Gottes: „Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an!“ (Sacharja 2, 12)

Als einziges Volk besitzt Israel ein Erbrecht. Gott züchtigt sein Volk wie kein anderes und eifert um es. Die „Sohnsetzung“ verpflichtet Israel in besonderer Weise. „Der Herr, euer Gott, hat euch als ein heiliges Volk für sich ausgesondert; er hat euch unter allen Völkern der Erde als sein Eigentum ausgewählt.“ (5. M. 14, 2) Nur ihnen hat der Ewige sein Wort anvertraut. „Was hat dann das jüdische Volk den anderen Völkern voraus und was nützt die Beschneidung? Viel in jeder Weise! Erstens hat Gott ihnen sein Wort anvertraut.“ (Röm. 3, 1. 2) Israel weiß um die Taten Gottes. In Psalm 111, 6 heißt es wörtlich: „Die Kraft seiner Werke verkündigte er seinem Volk“. 

An Jeshua gläubige Nichtjuden haben zwar den Geist der „Sohnsetzung“ empfangen. (Römer. 8, 15) Aber sie warten, oder sehnen sich noch nach der „Sohnsetzung.“ (Röm. 8, 23) Die Israeliten haben diese „Sohnsetzung“ bereits. Ein wesentlicher Unterschied, den Paulus hier zwischen Israeliten und nicht-jüdischen Christen macht.

Das Volk Israel ist „des HERRN Teil, Jakob ist sein Erbe. Er fand ihn in der Steppe, in der Wüste, im Geheul der Wildnis. Er umfing ihn und hatte acht auf ihn. Er behütete ihn wie seinen Augapfel.“ (5. M. 32, 9.10)